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Von · Avirelle Magazin · · aktualisiert am

Steht mir goldfarben oder silberfarben besser?

Ob dir goldfarben oder silberfarben besser steht, verraten dir nicht deine Adern, sondern dein Gesicht: Halt beide Farben bei Tageslicht daneben und nimm die, die du nach drei Sekunden lieber magst. Zwei Fragen machen die Wahl sicherer – was du schon jeden Tag trägst und was in deiner Schmuckschale liegt. Eine richtige Antwort, die du nur noch nicht kennst, gibt es dabei nicht. Du brauchst keine Theorie, nur eine Minute.

Goldfarbenes und silberfarbenes Armband nebeneinander auf hellem Stein im Fensterlicht. Avirelle.

Goldfarbene oder silberfarbene Optik? Im Tageslicht siehst du schnell, wie unterschiedlich der gleiche Stil wirken kann.

Goldfarben oder silberfarben – die Kurzfassung

  • Der Test, der zählt, findet am Gesicht statt: Beide Farben bei Tageslicht ans Gesicht halten und in drei Sekunden entscheiden.
  • Der Venentest am Handgelenk entscheidet nichts – wie blau oder grün eine Ader wirkt, hängt auch vom Licht und von der Tiefe des Gefässes ab.
  • Die Farbtypenlehre dahinter wurde 1980 mit einem Ratgeber populär und gilt als populärwissenschaftlich, nicht als Messverfahren.
  • Zwei Fragen machen die Wahl sicherer: Was trägst du täglich, etwa Brille oder Uhr? Was liegt schon in deiner Schale?
  • Und beides zusammen ist erlaubt: eine Farbe führt, die andere ergänzt.

Venentest und Hautunterton: Warum die Adern nichts entscheiden

Der Tipp ist immer derselbe: Handgelenk ins Licht halten, Adern anschauen. Blau heisst kühl, grün heisst warm, fertig. Nur ist der Test wackliger, als er klingt. Blut ist rot; bläulich wirkt eine Vene erst durch die Art, wie deine Haut Licht streut und schluckt. Eine optische Studie von 1996 zeigt, dass dabei auch Tiefe und Durchmesser des Gefässes und der Sauerstoffgehalt des Blutes mitspielen – nicht nur deine Haut. Ob die Aderfarbe deinen Unterton zuverlässig anzeigt, hat diese Studie gar nicht untersucht, und einen Beleg dafür haben wir auch sonst nicht gefunden. Dazu kommt das Licht: Dieselben Adern sehen am Fenster anders aus als unter der Küchenlampe.

Dahinter steht die Farbtypenlehre, und die ist weicher, als sie klingt. Ihre Wurzeln reichen zu Farbtheoretikern wie Johannes Itten zurück; bekannt wurde sie 1980, als Carole Jackson sie mit einem Ratgeber unter die Leute brachte. Ein psychologisches Fachlexikon ordnet sie als populärwissenschaftliches Konstrukt ein – nicht als Messverfahren. Das heisst nicht, dass sie Unsinn ist. Es heisst, dass sie eine Meinung ist, die sehr überzeugend auftritt.

Und da liegt der Haken: Du suchst eine Auskunft über dich, und der Test gibt dir eine, in der dein Licht und deine Gefässe mitreden. Dafür gibt es keine Regel. Aber es gibt drei Dinge, die wirklich zählen – und an alle drei kommst du in einer Minute ran.

Der 60-Sekunden-Test: drei Fragen statt einer Theorie

Die erste Frage kostet zwanzig Sekunden: Was ist schon fest an dir dran? Eine Brille, eine Uhr, ein Stück, das du seit Jahren nicht abnimmst. Das sind die Farben, die jeden Tag da sind, ob du willst oder nicht. Ein neues Stück muss sich mit denen vertragen – nicht mit einer Jahreszeit aus einem Buch.

Die zweite: Was liegt schon in deiner Schmuckschale? Zähl nicht, schau nur hin. Wenn dort überwiegend eine Farbe liegt, hat sie einen praktischen Vorsprung, und der hat nichts mit Geschmack zu tun: Sie lässt sich mit allem kombinieren, was du bereits besitzt. Die andere Farbe fängt bei null an und braucht Begleitung, die du erst noch kaufen müsstest.

Die dritte: Was magst du nach drei Sekunden im Spiegel? Halt beide Farben bei Tageslicht ans Gesicht und entscheide, bevor du nachdenkst. Am deutlichsten zeigt sich der Unterschied an goldfarbenen Ohrringen und silberfarbenen Ohrringen, weil sie direkt neben dem Gesicht sitzen. Farbberaterinnen arbeiten übrigens ähnlich: mit Farbtüchern direkt am Gesicht. Deine Erfahrung damit, welche Farben du gern trägst, ist die bessere Datenlage.

Die Reihenfolge ist Absicht. Die ersten zwei Fragen haben eine nachprüfbare Antwort, du siehst ja, was du hast. Die dritte hat keine – und das ist kein Mangel. Sie ist die einzige, in der es um dich geht.

Vier Situationen – und was in ihnen zählt

Du trägst jeden Tag eine Uhr? Dann redet sie mit. Sie ist auf jedem Foto dabei, sie liegt am selben Handgelenk wie ein Armband, und sie wechselt nicht mit dem Outfit. Ein Stück, das sich mit ihr beisst, wirst du seltener anziehen, als du beim Kauf gedacht hast.

Deine Schale ist längst voll mit einer Farbe? Dann nimm dieselbe. Das ist keine Stilfrage, sondern Rechnen: Jedes neue Stück in dieser Farbe passt zu allem, was schon da ist, und du kannst es stapeln, schichten und mischen, ohne neu zu überlegen.

Du willst beides? Erlaubt. Das galt lange als Fehler, heute raten viele Styling-Ratgeber dazu. Wo sie sich einig sind: Eine Farbe führt, die andere setzt Akzente. Verteile beide über den Körper, statt eine Seite komplett in einer Farbe zu bestücken. Und wähle Stücke mit ähnlicher Form und Oberfläche – dann liest sich der Mix als Absicht und nicht als Zufall.

Du willst dich gar nicht festlegen? Dann such Stücke, bei denen die Metallfarbe nicht die Hauptrolle spielt: Holz, dunkler Stein, Perlmutt-Optik, Emaille. Da ist das Metall nur die Fassung um das Material herum, und die Frage nach goldfarben oder silberfarben stellt sich schlicht nicht mehr.

Beim Schenken funktioniert der Check nicht

Der Check hat eine Grenze, und die kommt schneller, als dir lieb ist: Du kannst ihn nicht für jemand anderen machen. Du stehst nicht vor ihrem Spiegel, und in ihre Schmuckschale hast du noch nie geschaut.

Also dreh die Frage um. Rate nicht an ihrem Unterton herum – schau, was sie trägt. Auf jedem Foto der letzten Monate hat sie die Frage längst beantwortet, ohne dass jemand sie gestellt hat. Und wenn das Bild uneindeutig ist, darfst du fragen. „Trägst du lieber goldfarben oder silberfarben?“ verrät ungefähr so viel wie ein Blick in den Kalender – und deutlich weniger als ein Geschenk, das in der Schublade bleibt.

Wenn du es partout nicht herausfindest, nimm ein Stück, bei dem die Metallfarbe Nebensache ist. Das ist keine Notlösung, sondern die Antwort auf eine Frage, die niemand beantworten muss.

Und dasselbe gilt für dich: Das hier ist kein Urteil, das ein Leben lang hält. Populär wurde die Farbtypenlehre durch die Farbberatung – ein Geschäft, kein Labor. Du darfst diese Woche goldfarben tragen und nächste silberfarben, und niemand führt Buch darüber. Und falls du am Ende doch dein Handgelenk ins Licht hältst: Schau lieber auf das, was schon draufliegt, als auf die Ader darunter. Die Auskunft ist ehrlicher.

Häufige Fragen

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