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Von · Avirelle Magazin · · aktualisiert am

Was ist der Unterschied zwischen Modeschmuck und Echtschmuck?

Echtschmuck besteht aus Edelmetall wie Gold oder Silber mit einem gesetzlich festgelegten Feingehalt, und in der Schweiz muss dieser Feingehalt auf dem Stück stehen. Modeschmuck ist alles, was diese Bedingung nicht erfüllt: Schmuck aus unedlem Metall, Acryl, Holz, Glas oder Leder, oft mit farbiger Oberfläche. Eine Feingehaltsangabe darf er nicht tragen: Für Stücke mit dünner Edelmetallschicht verbietet das Gesetz sie ausdrücklich, für alle anderen folgt es aus dem Verbot täuschender Bezeichnungen. Der Unterschied ist also keine Frage von besser oder schlechter, sondern eine des Materials, und er steht im Gesetz. Hier liest du, was die Zahl im Stempel bedeutet, warum sie allein nichts beweist und was zwischen den beiden liegt.

Goldfarbene, halboffene Creolen mit geometrischem Emaille-Muster und feinen Ziersteinen auf warmem Hintergrund.

Breite, halboffene Creolen in goldfarbener Optik mit farbigem Emaille-Muster – Modeschmuck, der nichts imitiert, sondern seine eigene Sprache spricht.

Auf einen Blick: Modeschmuck und Echtschmuck

  • Echtschmuck ist eine Materialfrage. Er besteht aus Edelmetall in einem gesetzlich zugelassenen Feingehalt, und das Gesetz zählt genau vier Edelmetalle.
  • Der Feingehalt zählt in Tausendsteln. Die Zahl im Stempel sagt, wie viele von 1000 Teilen reines Edelmetall sind. In der Schweiz gehört die Marke des Verantwortlichen dazu.
  • Plaqué liegt dazwischen. Eine fest verbundene Edelmetallschicht auf anderem Material, bei Gold mindestens 5 Mikrometer dick – aber kein Feingehalt auf dem Stück.
  • Modeschmuck trägt keinen Feingehalt. Sein Material ist frei: Metall, Acryl, Holz, Glas, Leder, auch echte Natursteine.
  • Ein Stempel ist ein Hinweis, kein Beweis. Sicherheit gibt nur eine Materialprüfung – in der Schweiz auch für Privatpersonen.

Was ist Echtschmuck?

Das Wort «echt» klingt, als wäre alles andere falsch. Gemeint ist aber nur das Metall. Echtschmuck besteht aus Edelmetall, und das Schweizer Edelmetallkontrollgesetz zählt genau vier dazu: Gold, Silber, Platin und Palladium. Damit ein Stück als Edelmetallware verkauft werden darf, muss seine Legierung einen der gesetzlich festgelegten Feingehalte erreichen, und dieser Feingehalt muss auf dem Stück angegeben sein. Steine können dazukommen, entscheidend ist das Metall.

Was ist Modeschmuck?

Modeschmuck ist kein Begriff aus dem Edelmetallkontrollgesetz, sondern der Name für alles andere. Er besteht aus unedlen Metallen, Acryl, Harz, Glas, Holz oder Leder, oft mit einer farbigen Oberfläche, und er kann durchaus echte Natursteine tragen. Ein Achat an einer goldfarbenen Kette bleibt ein echter Achat, das Stück bleibt trotzdem Modeschmuck. Das «echt» in Echtschmuck bezieht sich eben nur aufs Metall.

Kurz gesagt: Der Unterschied ist eine Materialfrage, keine Rangfrage. Wer wissen will, was ein Stück ist, schaut nicht auf den Glanz, sondern auf das, was eingeschlagen ist. Und sollte wissen, wie weit man dem trauen kann.

Woran erkennt man Echtschmuck? Am Feingehaltsstempel

Der Feingehalt gibt an, wie viel reines Edelmetall in einer Legierung steckt, gezählt in Tausendsteln. Die dreistellige Zahl im Stempel sagt, wie viele von 1000 Gewichtsteilen reines Edelmetall sind; der Rest sind andere Metalle, die das Stück härter machen oder seine Farbe verändern. Welche Zahlen erlaubt sind, legt das Gesetz abschliessend fest: für Gold genau fünf Feingehalte, für Silber drei. Karatangaben, die die Edelmetallkontrolle als veraltet bezeichnet, zählen dagegen in Vierundzwanzigsteln; reines Gold hat dort den Höchstwert.

Neben der Zahl muss eine Verantwortlichkeitsmarke stehen, das Zeichen dessen, der für das Stück geradesteht. Eine Feingehaltsangabe ohne diese Marke ist in der Schweiz unzulässig.

Warum gilt Gold mit sehr niedrigem Feingehalt in der Schweiz nicht als Goldware?

Hier liegt ein Unterschied, den viele deutschsprachige Ratgeber übergehen. In Deutschland ist ein Goldstempel mit sehr niedrigem Feingehalt gängig, und manche Listen führen ihn wie selbstverständlich neben den höheren Feingehalten. Im Schweizer Gesetz fehlt dieser Feingehalt: Der tiefste zugelassene Wert für Gold liegt höher. Ein Stück darunter gilt hier als Ersatzware und darf nicht als Goldware verkauft werden. Das ist kein Urteil über das Stück, sondern eine Grenze, die das Gesetz zieht.

Und was ist Plaqué?

Zwischen den beiden liegt eine Stufe, die im Laden oft untergeht. Plaqué ist ein Stück aus anderem Material, das mit einer fest verbundenen Edelmetallschicht überzogen ist. Das Gesetz schreibt dafür eine Mindestdicke vor: 5 Mikrometer bei Gold, 10 bei Silber. Plaqué muss als solches bezeichnet sein, darf aber keinen Feingehalt tragen. Ist die Schicht dünner oder das Stück nicht so bezeichnet, gilt es als Ersatzware – auch dann ist jede Feingehaltsangabe verboten. Daneben kennt das Gesetz Mehrmetallwaren, bei denen Edelmetallteile sichtbar mit unedlem Metall kombiniert sind; dort tragen nur die Edelmetallteile einen Feingehalt.

Ist ein Stempel ein Beweis, dass Schmuck echt ist?

Nein, und das sagt die Edelmetallkontrolle selbst. In ihrer Broschüre «Echt, unecht oder gefälscht?» zeigt sie ein Armband mit Goldstempel, das in Wahrheit nur überzogen ist. Eine Zahl lässt sich einschlagen, ob das Metall darunter stimmt oder nicht. Zusammen mit der Verantwortlichkeitsmarke und einem Kauf im Fachgeschäft ist der Stempel ein guter Hinweis, eine Garantie ist er nicht.

Sicherheit gibt nur eine Materialprüfung. In der Schweiz führen die Edelmetallkontrollämter solche Prüfungen auch für Privatpersonen durch, wenn sie die Prüfung für machbar halten, gegen eine Gebühr, die du vorher erfährst. Edelsteine und Perlen untersuchen sie allerdings nicht; dafür gibt es gemmologische Labors.

Ist Echtschmuck besser als Modeschmuck?

Für das, was er kann, ja. Echtschmuck bewahrt einen Materialwert, er lässt sich reparieren, umarbeiten, weitergeben. Wenn das deine Frage ist, beantwortet sie nichts besser als er. Modeschmuck beantwortet eine andere: wie du heute aussehen willst. Dafür lässt er dich frei wählen – Farbe, Form, Material, auch mal etwas, das du nächsten Sommer nicht mehr trägst. Die meisten tragen ohnehin beides, je nach Tag.

Warum bei uns «goldfarben» steht

Das Gesetz verbietet jede Bezeichnung, die täuschen könnte, und zwar auch auf Gegenständen, die man mit Edelmetallwaren verwechseln kann. Deshalb heisst unser Schmuck «goldfarben» und «silberfarben»: Es ist die Farbe, nicht das Metall. Welches Metall unter der Farbe sitzt, musst du gar nicht wissen – für die Pflege reicht die Farbe, wie du in Womit kann man Modeschmuck reinigen, ohne die Beschichtung zu schädigen? nachlesen kannst.

Und das «echt» vom Anfang? Es beschreibt ein Metall, nicht, wie viel dir ein Stück bedeutet. Ob Modeschmuck gut gemacht ist, ist eine eigene Frage mit eigenen Antworten – woran du gute Verarbeitung erkennst. Ein Stück darf ehrlich sagen, was es ist, und trotzdem genau das sein, was du wolltest.

Häufige Fragen

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